Spielende Kinder
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Figuren „zusammenwürfeln“

Neue Spielelemente zum Ausprobieren in Soltauer Innenstadt

{FOTO Drehwürfelfigur}

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Oder vielleicht der Schönste? Die Probe aufs Exempel können jetzt alle machen, die durch die Soltauer Fußgängerzone bummeln. Dort nämlich steht ein sogenannter Drehwürfelfigur: Fünf übereinander angeordnete Kuben, die jeweils einzeln drehbar sind, zeigen auf drei Seiten verschiedene Figuren von Kopf bis Fuß, doch auf der vierten Seite eine Spiegel. Wer möchte kann sich also in einem Ganzkörperformat bestaunen. Wesentlich erheiternder – auch für die übrigen Passanten ist es jedoch, einzelne Partien des eigenen „Luxus-Bodys“ gegen die der Figuren auszutauschen – etwa gegen einen Froschkopf oder Clownsfüße.

Schon seit einigen Tagen reizt die Drehwürfelfigur Kinder und Erwachsene zum Spielen mit den Bildern – Fingerspuren auf der Spiegelseite zeugen von ihrer Beliebtheit. Damit hat die Soltauer Stiftung Spiel offensichtlich ins Schwarze getroffen, wie Dr. Antje Ernst, Leiterin des Norddeutschen Spielzeugmuseums und Geschäftsführerin der Stiftung, und Mathias Erns, ehrenamtlicher Direktor der Stiftung, am vergangenen Montag zur offiziellen Einweihung der beiden Drehwürfelfiguren bestätigt. Es gibt bis jetzt nämlich zwei davon: Neben der in der Marktstraße steht eine weitere vor dem Spielzeugmuseum. Sie ist mit drei Segmenten etwas kleiner, hat keinen Spiegel und zeigt auf ihren vier Seiten verschiedene Tiermotive, die durch Drehen der Würfel miteinander kombiniert werden können. Gezeichnet und ausgemalt wurden diese Motive von den Kindern Baris Kalkan und Julia Lange, während die Säule in der Marktstraße drei von Annika Halisch entworfenen Karikaturfiguren zeigt.

„Die Idee dazu hatten wir 2006. Bis zur Umsetzung hat es also ein Bisschen gedauert“, so die Geschäftsführerin der Stiftung Spiel. Die Anregung gab das französische Spiel „Cubes Comiques“ (komische Würfel), das schon vor mehr als 100 Jahren Kinder begeisterte, genau so funktioniert, aber wesentlich kleiner ist.

Gefördert wurde dieses Projekt vom Deutschen Kinderhilfswerk, und entsprechend waren von Anfang an auch Kinder umfassend an Gestaltung und Umsetzung des Vorhabens beteiligt. Dazu Antje Ernst: „Bei Malwettbewerben, Museumsaktionen und Workshops wurden historische Bilder gesichtet, neue Motive entworfen und zehn Prototypen aus Karton gebaut. Diese Pappsäulen sind dann im Spielzeugmuseum präsentiert worden und auch bei zahlreichen anderen Aktionen und Spielfesten zum Einsatz gekommen.“

Dass jetzt wetterfeste Modelle unter freiem Himmel vom städtischen Bauhof aufgestellt werden konnten, ist der Wolterdinger Firma „Hollmann Sondermaschinen“ zu verdanken: Sie baute und lackierte die metallenen Würfelsäulen, die Seniorchef Wolfgang Hollmann dann dem Spielzeugmuseum schenkte. Dabei sind die gezeigten Motive nicht ein- für allemal festgelegt, sondern können gegen andere ausgetauscht werden: „Sonst würde es auf Dauer für die Passanten zu langweilig werden“, so Mathias Ernst.

Im Rahmen des Konzeptes „Spielraum Soltau“ seien diese Drehwürfelfiguren ein weiterer Schritt um die  Soltauer Marktstraße spielerisch erleben zu können, so Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf, der damit gleich die Werbetrommel für die Innenstadt rührte. Nach den Drehschieben, Höhrrohr und Boulderwand so wie den Angeboten der Spielbox „stolpere“ der Besucher jetzt alle paar Meter über etwas Interessantes, „das auch beim Einkaufen Spaß macht.“

Quelle: Heide Kurier vom 29. Juli 2009


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