Verkehr

Aktuelles zur Verkehrsplanung der Stadt Soltau


Vor 13 Jahren beschloss der Soltauer Stadtrat den Verkehrsentwicklungsplan 2000. Am 13.12.2012 zog der Soltauer Stadtrat Bilanz. Am 25.04.2013 befasste sich der Stadtrat erneut mit der Ratshauskreuzung.

Am 14.10.1999 befasste sich der Rat der Stadt Soltau damals mit dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2000), den das Büro Hinz erstellte. Daraus leiteten sich weitere Ratsbeschlüsse und Maßnahmen ab, die die Verkehrsentwicklungspolitik der Stadt Soltau betreffen. Das sind insbesondere das Tempo-30-Zonen-Konzept und das Radverkehrskonzept.

Bestandsaufnahme:

  • Straßenbauprojekte

Der Verkehrsentwicklungsplan 2000 formulierte dazu zwar kein Ziel, dennoch ist der mittlerweile im Planverfahren befindliche Ausbau der Autobahn 7 zwischen der An-schlussstelle Soltau-Ost und dem Walsroder Dreieck von erheblicher Bedeutung für Soltau.

 

Das zweite regional bedeutsame Projekt des Verkehrsentwicklungsplans 2000 ist die neue Autobahn-Anschlussstelle „Schneverdingen“. Dieses Projekt befindet sich in der Umsetzung. Damit verbunden ist die Abstufung der Bundesstraße 3 zwischen Heber und der Soltauer Rathauskreuzung zur Kreisstraße. Die Celler Straße wird dann bis Tetendorf Gemeindestraße, anschließend Kreisstraße.

Die wichtigste, vom Rat 1999 beschlossene Maßnahme in der Soltauer Kernstadt ist der Umbau der Rathauskreuzung zu einem gestreckten Kreisverkehrsplatz.

 

Herr Bürgermeister Ruhkopf erklärte in der Ratssitzung am 13.12.2012:

Es soll ein attraktiver Platz geschaffen werden. Spielmuseum, Museum und Rat-haus sollen illuminiert werden. Der Kreisel soll zusammen mit der Erweiterung des Spielmuseums fertig sein.

Der Umbau ist möglich. Die Verkehrssicherheit wird sich dadurch erhöhen.

Die innerörtliche Verbindungsstraße B 71 – K 10 in Harber, der sogenannte „Bypass“, wurde per Bauleitplanverfahren planerisch durchgesetzt und ist verwirklicht. Der Bypass entlastet die Ortsdurchfahrt von Harber und verbessert die Erreichbarkeit des Entwicklungsschwerpunktes Soltau-Ost.

Der Ausbau der Straßenverbindung Am Sandberg – André-Lütjens-Straße als Ersatz für einen Abschnitt der Straße Böhmheide wurde umgesetzt. In der Folge konnte die Umgestaltung der Böhmheide zum erweiterten Georges-Lemoine-Platz als wichtige Erweiterung des Fußgängerbereichs um einen multifunktionalen Platz verwirklicht werden.
 
Der höhengleiche Bahnübergang im Zuge der Walsroder Straße – Am Alten Stadtgra-ben schneidet die Südstadt mit dem Fachmarktzentrum und dem Gewerbegebiet Almhöhe von der nördlich gelegenen Innenstadt und den übrigen Stadtteilen ab. Diese Trennwirkung wird sich mit der absehbaren Zunahme des Schienenverkehrs, insbesondere des Schienengüterverkehrs, erhöhen. Sinngemäß gilt das auch für die beiden höhengleichen Bahnübergänge im Zuge der Celler Straße. Die Celler Straße wird demnächst in die Straßenbaulast der Stadt Soltau fallen. Maßnahmen an den Bahnübergängen waren war im VEP 2000 noch kein Ziel.

Die innerörtliche Verbindungsstraße zwischen Walsroder Straße und Charlottenstraße  sollte die Behinderungen durch den Bahnübergang Walsroder Straße teilweise ausgleichen. Nach ausführlicher Beratung beschloss der Rat, diese Planung aufzugeben, da der Aufwand und die Nachteile eindeutig überwogen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch der Ausbau der Tetendorfer Straße, den der Landkreis Heidekreis durchführte.

Der Umbau der Kreuzung Grüne Aue zu einem Kreisverkehrsplatz wurde vom Land-kreis Heidekreis durchgeführt und finanziert. Damit konnte einer der größten Unfallschwerpunkte in Soltau beseitigt werden.

  • ruhender Verkehr

Das ebenerdige Parkplatzangebot beiderseits der Straße Am Alten Stadtgraben konnte im Rahmen des Innenstadtprojektes ganz wesentlich verbessert werden.

Der Neubau des Aldi-Marktes und der von der Stadt Soltau/AWS geschaffene, leicht befestigte Parkplatz auf dem Gelände der Gebrüder Röders AG an der Böhmheide führten zu einer weiteren Verbesserung des Stellplatzangebotes am südlichen Rande des Soltauer Fußgängerbereichs. Außerdem wurde der private Stellplatz an der Böhme-Zeile von der Eigentümerin erweitert, nachdem die ehemalige Tankstelle abgebrochen wurde. Am erweiterten Georges-Lemoine-Platz entstanden attraktive Kurzzeitparkplätze.

Für den ruhenden Verkehr in der südlichen und westlichen Innenstadt konnte weit mehr errecht werden, als der VEP 2000 damals vorgeschlagen hatte. 

  • Verkehrslenkung, Verkehrsbeeinflussung

2010 wurde im Zuge eines selbstverständlichen Parkleitsystems die Beschilderung der öffentlichen Parkplätze in Soltau verbessert, um Ortsunkundigen das Auffinden der Innenstadt und der Parkplätze zu erleichtern. Unnötiger Parkplatzsuchverkehr kann damit so weit wie möglich vermieden werden.
 
Darüber hinaus wurden die Richtlinien über die innerörtliche Hinweisbeschilderung überarbeitet und vom Rat neu verabschiedet. Dieses neue System löst das sogenannte „Dreieck-System“ ab, das sich nicht bewährte. Die Info-Säulen an den Einfallstraßen wurden aktualisiert und den neuen Bedürfnissen angepasst.

  • Tempo 30

Ein weiterer Baustein des VEP 2000 war es, die Wohnbereiche durch gezielte bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung schrittweise in kleine Quartiere zu gliedern. Hierzu wurde vom Rat das Tempo-30-Zonen-Konzept am 02.06.2005 mit dem Ziel beschlossen, die Wohn- und Lebensqualität in den Wohngebieten zu erhöhen. Die Umsetzung der Zonen erfolgte sukzessive; bereits sechs Jahre später, also seit 2011 gilt in allen Soltauer Wohngebieten abseits von Hauptverkehrsstraßen die Tempo-30-Zonen-Regelung.

Die Bürgerinitiative Walsroder Straße konnte nach Anrufung des Petitionssausschus-ses des Niedersächsischen Landtages die Einführung von Tempo 30 nachts auf der Landesstraße 163 Walsroder Straße erreichen. Mittlerweile sanierte die Landesstraßenbauverwaltung die Walsroder Straße innerhalb der Soltauer Ortsdurchfahrt. Der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden und dem Landkreis Heidekreis ist es zu verdanken, dass die Regelung Tempo 30 nachts auch nach der Sanierung der Walsroder Straße bisher bestehen blieb.

Wegen eines tragischen Unfalls ordnete der Landkreis Heidekreis Tempo 30 an Werk-tagen tagsüber auf der Kreisstraße Winsener Straße an.

  • Förderung des Radverkehrs und des Fußgängerverkehrs einschließlich Schul-wegsicherung

Es soll schrittweise ein vollständig geschlossenes Radwegenetz mit ausreichenden Querungshilfen geschaffen werden. Das soll insbesondere die Schulwegsicherung verbessern und die Bevölkerung dazu veranlassen, mehr Wege mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren.

Das Radverkehrskonzept ist vom Rat am 25.01.2001 beschlossen worden. Inhaltlich sind die kurz- bis mittelfristigen Ziele des Maßnahmenkatalogs umgesetzt worden. Es fehlen zum Lückenschluss nur noch einige, sehr aufwendige und kostenintensive Baumaßnahmen, z.B. eine Bahnüberführung zwischen Lönsweg und Tannenweg.

Mittlerweile wurden in die Harburger Straße, die Walsroder Straße,  in die B 71 in Harber/Tiegen und in die Winsener Straße einige Überquerungshilfen eingebaut.

Die Minderung der Barrierewirkung des Straßenzuges Poststraße – Wilhelmstraße als ein weiteres Ziel des Verkehrsentwicklungsplans konnte teilweise im Zuge der Sanie-rung dieses Straßenabschnittes durch die Straßenbauverwaltung Verden erreicht wer-den: Die Fahrbahn wurde abschnittsweise verengt, es wurde eine Überquerungshilfe eingebaut. Die Situation wurde außerdem für den Radverkehr verbessert.

  • Öffentlicher Personennahverkehr und Schienenpersonenverkehr

Das im Verkehrsentwicklungsplan empfohlene Stadtbussystem mit zentraler Bus-Haltestelle am Rande des erweiterten Fußgängerbereichs kann mangels Finanzierbar-keit und mangels geeigneter Fläche nicht verwirklicht werden.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft und die Deutsche Bahn AG führten eine Vielzahl von Maßnahmen durch, die die Attraktivität der Bahnstrecken verbesserten. Es fehlen nur noch die Barrierefreiheit der Bahnsteige des Soltauer Bahnhofs, die Ertüchtigung der Strecke Walsrode-Soltau und die weitere Verkürzung der Reisezeiten. Zentraler Omnibusbahnhof, Park&Ride-Stellplätze für KFZ und Räder, waren Maßnahmen der Stadt Soltau, die nun schon weit mehr als zehn Jahre sehr gut angenommen werden.

Bewertung und Folgerungen:

Es war wichtig, dass beginnend mit der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans, eine offensive Beteiligung der Öffentlichkeit stattfand. Das sorgte für eine große Akzeptanz und die Beteiligungsergebnisse konnten bei der Umsetzung einfließen.

Die Förderung von Rad fahren und zu Fuß gehen einschließlich Schulwegsicherung ist eine Daueraufgabe.

Durch die gezielte Förderung von Radverkehr, Fußgängerverkehr, Bus und Bahn wur-den die Voraussetzungen zum Umsteigen vom Auto auf diese umweltfreundlichen Fortbewegungsarten nachhaltig verbessert.

Das selbstverständliche Parkleitsystem in der Soltauer Innenstadt wird gut angenom-men. Es vermindert Stellplatzsuchverkehr in der Innenstadt.

Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 bewirkte, dass abseits der Hauptver-kehrsstraßen Wohnqualität und Verkehrssicherheit wesentlich erhöht werden konnten.
Allerdings gibt es unverändert einzelne städtische Straßen, auf denen Tempo 30 nicht akzeptiert wird. Abgesehen davon liegen aus der Öffentlichkeit kaum Beschwerden vor.

Es fahren immer noch zu viele LKW durch Soltau. Vermutlich sind nicht wenige darun-ter, die die mautpflichtige Autobahn meiden. Die hohe Verkehrsdichte auf den Hauptverkehrsstraßen und die von den Einwohnern beklagten langen Wartezeiten an den Ampeln und höhengleichen Bahnübergängen sind die größten verbliebenen Herausforderungen.

Die Entlastungswirkungen, die die neue Autobahnabfahrt „Schneverdingen“ bewirken wird, sollen mit ergänzenden Maßnahmen noch höher ausfallen. Es soll ein Maßnah-menkatalog entwickelt werden. Unser Bürgermeister gründete dazu eine Arbeitsgruppe, in der neben der Stadt Schneverdingen auch der Landkreis Heidekreis beteiligt ist. Weitere Stellen sollen zu gegebener Zeit einbezogen werden.

Am 13.12.2012 fasste der Soltauer Stadtrat einstimmig den folgenden Beschluss:

Ziele:

  1. Soltau muss als Mittelzentrum im ländlichen Raum gut erreichbar bleiben.
  2. Die Kernstadt soll ganz, die Innenstadt soll weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet werden.
  3. Die Belastung der Bevölkerung durch die Auswirkungen des motorisierten Stra-ßenverkehrs sollen weiter vermindert werden.

Maßnahmen:

  1. Der Umbau der Rathauskreuzung soll mit Vorrang vorangetrieben werden. Die Maßnahme soll planerisch vorbereitet und möglichst 2013/14 verwirklicht wer-den. Zunächst ist die Öffentlichkeit im Rahmen einer Informationsveranstaltung über den Stand der Soltauer Verkehrspolitik und das Projekt Rathauskreuzung zu informieren. Das Projekt soll aus Haushaltsmitteln finanziert werden. Nach Möglichkeit sollen Mittel Dritter einschließlich Fördergelder dafür eingeworben werden.
  2. Ergänzend zu dieser Maßnahme sollen gemeinsam mit der Stadt Schneverdin-gen und den Straßenbaulastträgern und Straßenverkehrsbehörden weitere Maßnahmen zur Umgestaltung der Strecke Heber – Soltau – Autobahn-Anschlusstelle Soltau-Süd ermittelt und schrittweise umgesetzt werden.
  3. Es soll darauf hingewirkt werden, dass die Leitbeschlilderung zur neuen Auto-bahn-Anschlussstelle „Schneverdingen“ im Sinne der oben genannten Ziele und der Maßnahmen 1. und 2. angepasst und ergänzt wird. 
  4. Die kommunale Entlastungsstraße Südost wird derzeit nicht weiterverfolgt. Die Entlastungswirkungen der neuen Autobahn-Anschlussstelle „Schneverdingen“ und weiterer Maßnahmen,  z.B. eine Ortsumgehung im Zuge der B 71, sollen zunächst abgewartet werden.
  5. Es sollen Möglichkeiten zur Umgestaltung des Straßenabschnitts Rathauskreu-zung – Krauls Eck untersucht werden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
  6. Die Erreichbarkeit der Innenstadt über die Verbindung Soltau-Ost - Innenstadt soll verbessert, das dazu gehörende Angebot an Stellplätzen und Parkplätzen soll erweitert werden.
  7. Die Bedingungen für den Radverkehr und das Gehwegenetz einschließlich Schulwegsicherung sollen bedarfsgerecht gesichert und weiter verbessert wer-den.
  8. Für Wohnstraßen, in denen Tempo 30 eingeführt, aber noch nicht genügend angenommen wird, sollen ergänzende Maßnahmen untersucht und umgesetzt werden.
  9. Der Bahnübergang im Zuge der Walsroder Straße soll als Maßnahme der Stra-ßenbauverwaltung und der Bahn so bald wie möglich höhenungleich umgebaut werden.
  10. Das Angebot des Schienenpersonenverkehrs soll weiter verbessert werden. Da-zu muss der Bahnhof Soltau aufgewertet und die Bahnsteige müssen barrierefrei erreichbar werden. Der dritte Abschnitt der Ertüchtigung der Heidebahn und der gleichwertige Ausbau der Strecke Langwedel-Soltau-Munster-Uelzen sind weitere notwendige Maßnahmen. Außerdem ist die Notwendigkeit weiterer höhenungleicher Straßenquerungen zu prüfen.

Am 25.04.2013 entschied der Stadtrat, dass der Umbau der Rathauskreuzung verschoben wird. Zunächst soll abgewartet werden, welche Entlastungswirkungen die neue Autobahn-Anschlussstelle Schneverdingen in Soltau bewirkt.

 

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