Info
Mein Kind ist gestorben, was kann ich tun?
An wen kann ich mich wenden?
Mit wem kann ich sprechen?
Wo finde ich jemanden, der eine vergleichbare Erfahrung gemacht hat?
Wer sagt mir ob meine Gedanken und Gefühle überhaupt noch normal sind?
Wie gehe ich mit Freunden um, die sich nun zurückziehen?
Wie komme ich zurecht mit den aufbrechenden Problemen in meiner Partnerschaft?
Wie finde ich Zugang zu den hinterbliebenen Geschwistern, die auch trauern?
Wo finden die trauernden Geschwister Hilfe für sich?
Wie kann ich lernen, mit dem schmerzlichen Verlust zu leben und ihn als Teil meiner Lebensgeschichte anzunehmen?
So helfen wir uns
Im geschützten Raum von kleinen Gruppen, in denen sich trauernde Mütter und Väter treffen, können wir wahrnehmen und verstehen, was mit uns geschieht und was der Verlust in uns bewirkt.
Durch verständnisvolles, einfühlsames Zuhören und dadurch, daß wir einander erlauben, Gefühle auszudrücken und zu durchleben helfen wir uns auf dem schweren Weg durch die Trauer.
Dabei ist es wichtig, daß wir auch auf Eltern treffen, die durch ihren tiefen Verlustschmerz und ihre Trauer hindurch zum Leben zurückgefunden haben. Sie helfen uns besonders da, wo ihre Erfahrung und Kompetenz durch Fachleute nicht ersetzt werden kann.
Wir erfahren Hilfe zur Selbsthilfe in den zumeist begleiteten Gruppen. Dort entsteht ein Netz von Beziehungen, Verbindungen und Kontakten, das sich - auch über die Gruppentreffen hinaus - als notwendig und hilfreich erweist.
Darüber hinaus erhalten Hilfesuchende - unabhängig von der Teilnahme an einer Gruppe - Literatur und weiterführende Informationen. Außerdem gibt es für betroffene Eltern und Geschwister die Möglichkeit an Trauerseminaren teilzunehmen.
Wer kann zu uns kommen?
Zu uns kommen kann jeder, der ein Kind verloren hat durch Totgeburt, Tod im Säuglingsalter, Krankheit, Verkehrsunfall oder andere Unfälle, Drogen, Suizid oder Gewaltverbrechen - unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand, Konfession oder Wohnort.
Eltern können so kommen, wie sie wollen, allein oder mit ihrem Partner - solange sie es wünschen oder die Gruppe als hilfreich erleben. Die Betroffenen können in den Gruppen sprechen oder einfach zuhören. Dabei ist allen Eltern die Teilnahme an einer offenen Gruppe sofort möglich. Später wird daraus eine geschlossene Gruppe.
So entstanden die Verwaisten Eltern
The Compassionate Friends, „mitfühlende Freunde“, nennen sie sich weltweit, seit Rev. Simon Stephens 1969 erstmals Elterngruppen in Coventry/England ins Leben rief.
Nach einer beeindruckenden Entwicklung von Selbsthilfegruppen im anglo-amerikanischen Raum sind auch in Deutschland seit Beginn der 80er Jahre über 250 Gruppen entstanden.
In Soltau geht die Entstehung der Selbsthilfegruppe vor rd. 25 Jahren auf Pastor Völkner und Frau Vollroth zurück. Frau Vollroth gehört der Gruppe auch heute noch an und ist Ansprechpartnerin für alle, die sich der Gruppe anschließen wollen.
Begrüßung:
Wir denken gemeinsam an die, die nicht mehr bei uns leben, aber die wir immer noch in unseren Herzen lebendig haben. Wir können nicht so leben, wie in früheren Jahren. Der Schmerz der Trauer läßt nicht rasch nach. Manchmal vergeht dieser Schmerz, aber dann kommt er auch wieder, wie er will. Und wenn wir ihn erleiden, spüren wir, wie wir ihm ausgeliefert sind.
Wir habe es auch deshalb besonders schwer, weil die Menschen sagen: Du musst vergessen ! Es ist doch schon so lange her ! Du musst Dich ablenken. Du musst Abstand gewinnen, sagen sie. Aber wir wissen: Das hat keinen Sinn. Es geht nicht so einfach. Und wir möchten uns auch nicht dafür entschuldigen, dass es immer noch nicht besser geht.
Noch müssen wir an dieser Stelle bleiben, an der dunklen Grenze, weil wir nirgends sonst die Kraft finden, um weiterzuleben. Und weiterleben - das wollen wir ! Wir wollen Worte finden, um über die Weggegangenen zu sprechen, über die gemeinsame Zeit mit unseren Kindern und auch darüber, dass sie uns besonders nahe sind. Und zum gemeinsamen Gespräch soll in der Gruppe Gelegenheit sein. Deshalb: Herzlich willkommen !