Innenstadtkomplex Hagen

FOC Soltau Im nächsten Jahr soll es los gehen

Interview mit Sylvie Mutschler – Bester Standort in Deutschland

FOC, DOC oder HDV – die Arbeitstitel für das Projekt haben sich im Laufe der Jahre geändert, der Status nicht: Bisher existieren nur Pläne. Nach wichtigen politischen und Verwaltungsgerichtsentscheidungen in den vergangenen Monaten scheint ein Ende der Auseinandersetzung in Sicht, wenn auch nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Darüber sprach BZ –Redaktionsmitglied Reinhard Vorwerk mit der Geschäftsführerin der in Zürich ansässigen Mutschler-Gruppe, Sylvie Mutschler, die als Investorin seit über einem Jahrzehnt den Bau eines Hersteller-Direktverkaufszentrums in Soltau anstrebt.

BZ: Frau Mutschler, wann geht es endlich los mit dem FOC Soltau?
Mutschler: Im kommenden Jahr ist Baubeginn. Davon bin ich jetzt überzeugt, kann und will allerdings noch kein genaues Datum nennen. Die Bauleitplanung läuft, der Bauantrag wird noch vor Weihnachten gestellt werden.

BZ: Von welcher Bauzeit gehen Sie aus?
Mutschler: 16, vielleicht 18 Monate. Die Bauphase selbst ist viel besser planbar als das Verfahren vorher.

BZ: Was stimmt Sie eigentlich so zuversichtlich? Die Stellungnahme aus Bispingen nach dem jüngsten Spruch des Verwaltungsgerichts Lüneburg hören sich schließlich eher kämpferisch an.
Mutschler: Der Standort und die Rechtsgrundlage sprechen eindeutig für uns. Es ist schade, dass es von anderer Seite Irritationen gegeben hat und vielleicht auch noch gibt. Aber entscheidend für uns allein, dass Soltau auf der richtigen Spur ist. Die vergangenen Monate haben uns wichtige Schritte nach vorn gebracht: Zunächst natürlich im Februar die Entscheidung des Landes für den Standort Soltau, im Juni der raumordnerische Vertrag über die Ansiedlung des FOC, genauer des Hersteller-Direktverkaufszentrums, in Soltau zwischen dem Land, dem Landkreis, der Stadt Soltau und uns, der Mutschler-Gruppe. Anfang Juli gab es schließlich das Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg, das im vorläufigen Rechtsschutzverfahren den Antrag der Gemeinde Bispingen auf aufschiebende Wirkung der Klage abgewiesen hat.

BZ: Bestehen aus Ihrer Sicht noch juristische oder planungsrechtliche Hürden für das FOC Soltau?
Mutschler: Nein. Alle Vorgaben sind im Vertrag definiert. Ihnen wird in der Bauleitplanung und im Baugesuch Rechnung getragen. Ich empfehle, jetzt den Blick nach vorn zu richten, was natürlich nicht allen so leicht fällt. Es ist sehr wichtig, dass das Vorhaben endlich gemeinsam vorangetrieben wird. Ein FOC bedeutet eine große Chance für die gesamte Lüneburger Heide. Das sieht man übrigens auch in Bispingen so. Alle müssen das Vorhaben vorantreiben. Hier soll nichts verhindert werden, sondern etwas Wichtiges für die gesamte Tourismusregion geschaffen werden. Dennoch sind weitere Einsprüche im Laufe des Verfahrens nie auszuschließen.

BZ: Sind Sie heute, nach einem Jahrzehnt, immer noch vom Standort Soltau überzeugt?
Mutschler: Heute mehr denn je. Das FOC gehört einfach in die Tourismusregion Lüneburger Heide, und zwar nach Soltau. Das ist mein subjektiver Standpunkt. Sie wird aber auch von Experten geteilt: Dr. Joachim Will vom Marktforschungsinstitut Ecostra, er als FOC-Papst, hat Soltau wegen der hier verlaufenden Tourismusachsen und aufgrund der Nähe zu den Ballungszentren sogar als besten Standort in ganz Deutschland eingestuft.

BZ: Gilt das auch für den Betreiber?
Mutschler: Uneingeschränkt ja. Wir arbeiten seit zwei Jahren mit der Firma GVA zusammen und haben diese Zusammenarbeit nie in Frage gestellt. GVA ist ein Top-Unternehmen mit jahrelanger Erfahrung. Der Betreiber ist in erster Linie Dienstleister. Seine Aufgabe ist es, mit Mietern Verträge zu schließen und das Center zu managen. Entscheidend ist, was die Mieter denken. Und da kann ich Ihnen sagen, dass die Mieter nach Soltau wollen. Sie sehen Soltau als einen der besten Standort in der Bundesrepublik an.

BZ: Gibt es bereits Kontakte zu potenziellen Mietern?
Mutschler: Ja, etliche. Konkret kann es jedoch erst werden, wenn das Layout, der Bebauungsplan, vorliegt. Daran arbeiten jetzt mit Hochdruck Architekten, die viel Ahnung davon haben. Ich kann Ihnen versichern, dass wir mit verschiedensten Markenunternehmen im Gespräch sind. Wie gesagt, das Interesse an Soltau ist groß.

BZ: Reicht das Platzangebot dann überhaupt aus, oder könnte es knapp werden?
Mutschler: Die Verkaufsfläche ist durch den raumordnerischen Vertrag auf 9900 Quadratmeter festgelegt. Das ist nicht interpretierbar. Der Vertrag regelt nicht nur die Größe, sondern legt auch die zulässigen Sortimentsgrößen fest, die Begrenzung des Angebots und die Beachtung von Tourismusbelangen. Wir hätten gerne mehr, aber damit müssen wir leben und können es auch.

BZ: Für eine Bilanz ist es, ein Jahr vor dem ersten Spartenstich, wohl noch zu früh. Dennoch wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?
Mutschler: Ich gucke lieber nach vorn. Wenn ich jedoch in die jüngste Zeit zurück blicke, bin ich beeindruckt von der Präzision, mit der das Standort-Entscheidungsverfahren abgewickelt worden ist. Hut ab vor dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Eines lässt sich natürlich bereits jetzt sagen: Das Verfahren zur FOC-Ansiedlung dauert viel länger als geplant und hat viel Geld gekostet.

Quelle Böhme-Zetung, 21. August 2009



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