Frühling in Soltau

Co-Stelle hilft und berät Weidereinsteiger

LANDKREIS (hf). Die Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis und die Partner des so genannten Vereines "Überbetrieblicher Verbund Familie &Beruf e. V." haben sich schon immer für die Vereinbarkeit von Frau bzw. Familie und Beruf eingesetzt. Deswegen nahm der Verein jetzt auch an der ersten Netzwerkveranstaltung des beim Bundesfamilienministeriums angesiedelten Netzwerkbüros in Berlin teil und gehörte dort mit zu den Erstunterzeichnern der Grundsatzerklärung "Erfolgsfaktor Familie". Die Leiterin der hiesigen Koordinierungsstelle Frau &Wirtschaft, Karin Thorey, unterzeichnete kürzlich in Berlin ganz im Sinne des Vereins die von Ministerin Ursula von der Leyen initiierte Erklärung.

Die bei der Volkshochschule (VHS) in Walsrode angesiedelte Koordinierungsstelle (Koo-Stelle) hilft und berät berufliche Wiedereinsteiger, heute Frauen wie Männer, früher ausschließlich Frauen, beid er Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Begünstigt ist in diesem Falle nur der Personenkreis, der nicht unter die ALG-II-Regelung fällt.

Der angegliederte "Überbetriebliche Verbund" war anfangs auf der Suche der Koo-Stelle nach geeigneten Arbeitgebern entstanden, die Frauen einen familienfreundlichen Arbeitsplatz anbieten konnten. Daraus hat sich mit den Jahren eine Grundphilosophie entwickelt. Sind Kleinkinder oder schulpflichtige Kinder im Haus, so sind die Familien und insbesondere Alleinerziehende oft auf Zugeständnisse seitens des Arbeitgebers angewiesen.

Familien- oder kinderfreundliche Arbeitszeitregelungen gehören leider auch heute noch nicht zum Standardangebot. Und eventuelle betriebliche Kinderbetreuungsangebote sind noch seltener. Für solche Bedingungen Verständnis zu wecken, Hilfen und Möglichkeiten dafür aufzuzeigen, das sind die hauptsächlichen Ziele der Koo-Stelle wie des Vereins "Überbetrieblicher Verbund", betonten in dieser Woche Karin Thorey, Leiterin der Koo-Stelle, und die 1. Vorsitzende des Verbundes, Ulrike Schaumann (CenterParcs Bispingen).
Es gebe viele Möglichkeiten und teilweise inzwischen auch staatliche Anschubhilfen, Arbeitsplätze familiengerechter zu gestalten, meinte Karin Thorey.

Die Palette der Möglichkeiten reiche von betrieblichen Kinderhorten, gemeindlichen Horten, über geschulte Tagesmütter bis hin zu so lobenden Beispielen, wie ein Kinderabholservice durch die engagierten Unternehmen, erläuterten Thorey und Schaumann. Beim Workshop des Netzwerkbüros in Berlin hätten sie vielfältige Anregungen erhalten. Mit der in Berlin unterzeichneten Grundsatzerklärung "Erfolgsfaktor Berlin" verpflichteten sich die unterzeichnenden Unternehmen zu einer anderen Unternehmenskultur, eben zu den vorgenannten Zielen und Möglichkeit.
Für positive Erfahrungen, so Karin Thorey, gebe es inzwischen sehr viele Beispiele. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel seien die Unternehmen für die Zukunft geradezu darauf angewiesen, sich ihre Mitarbeiter auch nach einer Babypause zu erhalten und weiter zu qualifizieren. Hilfestellung kann dabei die Koordinierungsstelle geben. Aber auch der Verbundverein unterstützt diese Ziele. Er gewährt seinen Mitgliedern Weiterbildungsgutscheine für Wiedereinsteiger. Auch die Koo-Stelle bietet Weiterbildungskurse für berufliche Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger an.

23 Unternehmen sind dabei
 
Karin Thorey, die seit Anfang des Jahres die Koo-Stelle leitet und auch die Geschäftsführung für den Verbund inne hat, führte in der Zwischenzeit zahlreiche Gespräche mit Unternehmen im Heidekreis, um das Bewusstsein für eine neue Unternehmenskultur zu fördern. Dabei hat sie auch schon manch ein offenes Ohr gefunden, wie sie berichten konnte. Und auch der Verein ist seit Beginn ihrer Tätigkeit von 13 auf 23 Mitgliedsunternehmen angewachsen. So verbessert sich die Chance für Wiedereinsteiger, einen Arbeitsplatz zu finden, immer mehr.
Neben privaten Unternehmen gehören auch einige Kommunen dem "Überbetrieblichen Verbund" als Mitglied an. Ansprechpartnerin für Berufsrückkehrerinnen und -rückkehrer sowie für interessierte Firmen oder Verwaltungen ist die Koordinierungsstelle in Walsrode (Kleiner Graben 22 a, Telefon 05161 485621). Informationen findet man auch im Internet unter www.verbund-familie-und-beruf.de



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