Soltau liegt an einer Europäischen Kulturroute

09.11.2020,

InfotafelMit der Anerkennung der Via Romea Germanica durch den Europarat in Luxemburg als "Europäische Kulturstraße" liegt Soltau an einem europaweiten Pilgerweg.

Dieses von der Europäischen Union neu zuerkannte Zertifikat und die Aufwertung der Via Romea als „Europäische Kulturroute“ freut Wilfried Worch-Rohweder, den Vorsitzenden des Soltauer Salzsiedervereins 08 und Mitglied des örtlichen Via Romea Germanica Vereins umso mehr, als das von den Salzsiedern betriebene Soltauer Salzmuseum in der Bahnhofstraße 6 sich direkt an der Europäischen Kulturroute befindet. Dort führt streckengleich auch der örtliche Jakobsweg lang.

Durch aktive Mitarbeit in den Vorständen des deutschen Fördervereins „Romweg Abt Albert von Stade“ e.V. und dem europäischen Verein „European Association Via Romea Germanica“ hat die Wernigerode Tourismus GmbH einen großen Anteil am Gelingen der Zertifizierung.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Zusammen mit den befreundeten Vereinen in Österreich und Italien gelang es nach einem fünfjährigen Antragsverfahren, die Kommission der 34 Mitgliedsstaaten des Europarates von der Qualität des Pilgerweges als „Weg der Begegnungen“ zu überzeugen und die Via Romea Germanica als „Europäische Kulturroute“ anzuerkennen.

Notwendig für die Anerkennung war die Einrechnung von umfangreichen Antragsunterlagen. Damit verbunden war eine ausführliche Dokumentation von Aktivitäten entlang des Weges notwendig. So galt es zum Beispiel, den Nachweis zu erbringen, dass es Angebote für Jugendliche gibt, dass der Weg von internationalen Pilgern aus der ganzen Welt bereits genutzt wird oder dass wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte des Weges erfolgen.

PilgerhausEbenfalls ein Kriterium war es, dass es ausreichend Pilgerherbergen und Unterkünfte für Pilger entlang der Route gibt. Dieses Kriterium ist in Soltau deutlich erfüllt. Dort befindet sich nicht nur das vom Soltauer Salzmuseum betriebene „Kleinste Pilgerhaus Deutschlands“, sondern auch bereits seit mehreren Jahren feste weitere Unterkünfte für Pilger und Wanderer. Insgesamt können dort derzeit Pilgergruppen bis zu zehn Personen angemessen und behaglich untergebracht werden.

Der Weg führt in Deutschland durch zwölf abwechslungsreiche Regionen. Er startet bei Ebbe und Flut in Stade und führt durch die Heide bis Celle, dann durch Ostfalen und über den Harz und Thüringen an der Rhön entlang, durch das Fränkische Weinland und bei Schweinfurt und Würzburg am Main entlang, durch das romantische Franken mit Rothenburg o.d.T., durch Donau-Ries mit dem wichtigen Donauübergang Donauwörth, durch das schwäbische Lechfeld, durch Oberbayern mit seinem Pfaffenwinkel und schließlich durch das Werdenfelser Land an der Zugspitze und am Karwendel-Gebirge vorbei.

In Österreich geht es über Innsbruck zum Brenner-Pass. Es geht durch Südtirol und das Tal der Etsch bis Trient, kommt bei Padua an den Po, über Ravenna und den Appenin nach Arezzo ins Tal des Tibers, der auf Richtung Rom weist.

Eine Brücke in Europa

Die Wiederbelebung des uralten Pilgerweges, welcher von Abt Albert von Stade 1237 begangen wurde und in seinen Reiseaufzeichnungen, den „Annales Stadenses“, beschrieben wird, ist getragen von dem gemeinsamen Wunsch eine Brücke in Europa über die Grenzen hinweg zu schlagen.

Von der Nordsee bis nach Rom arbeiten viele Ehrenamtliche in den nationalen Vereinen seit Jahren mit vielen Partnern, wie zum Beispiel Vertretern aus Gemeinden, Regionen, Provinzen, Tourismusunternehmen und Naturparks zusammen, um das Projekt voranzutreiben.

Ziel ist die Förderung eines entschleunigten, nachhaltigen und respektvollen spirituellen Tourismus. Dieses Ziel wird von den Soltauer Salzsiedern bereits seit vielen Jahren nachhaltig unterstützt.

Weitere Informationen zum Pilgerweg finde Sie hier: ⇒ www.viaromea.de