Was leistet die Kommunale Wärmeplanung (KWP) (vereinfacht):
Die KWP ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Konzept der Stadt Soltau. Sie teilt das Stadtgebiet in zwei Kategorien ein: Gebiete für Wärmenetze und Gebiete für dezentrale Versorgung:
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In Gebieten mit Wärmenetzen können Eigentümer perspektivisch mit einem Anschluss an ein quartiersübergreifendes Wärmenetz rechnen. Informationen über Zeitplanung und Anschlussart können dann der Wärmeplanung entnommen und bei der Stadt Soltau erfragt werden. (Beispiele sind etwa Fernwärme- oder Nahwärmenetze)
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In Gebieten mit dezentraler Versorgung müssen die Eigentümer eigene Lösungen zur Selbstversorgung umsetzen (Gängige GEG-konforme Lösungen sind z.B. Wärmepumpen, Hybridheizungen, Biomasseheizungen oder Weiterbetrieb von Gasheizungen mit schrittweise grünem Gas).
Von der Wärmeplanung selbst gehen keine rechtsverbindlichen Pflichten aus. Für Eigentümer sind immer die Regelungen und Fristen des GEG verbindlich zu beachten.
Was regelt das GEG grundsätzlich:
Jede neu eingebaute Heizung muss künftig zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dies gilt seit dem 1. Januar 2024 beim Neubau in Neubaugebieten.
Für Bestandsgebäude und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten (Lückenschluss) gelten andere Übergangsfristen. Für Soltau als Gemeinde unter 100.000 Einwohnern greift die 65% Regelung ab dem 30. Juni 2028 beim Einbau neuer Heizungen.
Für den Umstieg auf erneuerbare Energien gibt es Fördermittel (Grundförderung und Geschwindigkeitsbonus).
Fakten zum Verhältnis der KWP zur GEG:
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Der Beschluss der Wärmeplanung allein verändert die Fristen des GEG nicht
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Um die Fristen des GEG zu verändern, müsste die Stadt bestimmte Gebiete rechtsverbindlich als Neu- oder Ausbaugebiete für Wärmenetze oder Wasserstoffnetze ausweisen (z.B. durch Satzung).
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Durch die Wärmeplanung ergeben sich keine Zwänge oder Umbauerfordernisse. Wenn ein Eigentümer bereits zuvor auf eine dezentrale Versorgung umgestiegen sind, muss dieser nicht umrüsten, wenn die Wärmeplanung künftig eine Wärmenetz vorsieht.
Betrieb bestehender (fossiler) Heizungen:
Keine Austauschpflicht für Funktionierendes: Bestehende, funktionierende Öl- oder Gasheizungen können weiter betrieben und auch repariert werden.
Enddatum: Spätestens am 31. Dezember 2044 endet die Nutzung fossiler Brennstoffe in Heizungen komplett.
Sonderfall alte Kessel: Heizkessel, die vor 1991 eingebaut wurden (Standard- oder Konstanttemperaturkessel), unterliegen bereits jetzt spezifischen Austauschpflichten nach 30 Jahren Laufzeit.
Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung vor Ablauf der Frist:
Wenn Sie Ihre Heizung austauschen, bevor die genannten Fristen (2026/2028 oder Gebietsausweisung) ablaufen, dürfen Sie weiterhin eine klassische Gas- oder Ölheizung einbauen.
Beachten Sie dabei:
Grüne Brennstoffe ab 2029: Diese neuen fossilen Heizungen müssen ab 2029 schrittweise Anteile an Biomasse oder grünem/blauem Wasserstoff nutzen:
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Ab 1. Januar 2029: mindestens 15 %
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Ab 1. Januar 2035: mindestens 30 %
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Ab 1. Januar 2040: mindestens 60 %
Übergangsfristen bei Defekten (Heizungshavarie):
Ist eine Heizung irreparabel defekt, gibt es eine allgemeine Übergangsfrist von fünf Jahren (bei Etagenheizungen teils bis zu 13 Jahre), um die 65 %-Anforderung zu erfüllen.
Während dieser Zeit kann übergangsweise eine (gebrauchte) fossile Heizung genutzt werden.
Empfehlungen und Tipps für Eigentümer:
Die Stadt Soltau empfiehlt, sich bei konkreten Fragen zu den Möglichkeiten basierend auf der aktuellen Heizsituation Ihrer Immobilie an Ihren Heizungsbauer oder zuständigen Schornsteinfeger zu wenden.
Für eine Sanierungs- und Energieberatung empfiehlt die Stadt Soltau einen Energieberater heranzuziehen. Als Beispiel für einen unabhängigen Berater in der Region bietet die Energieagentur Heidekreis in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen dazu Leistungen an:
⇒ Energieagentur-Heidekreis.de
Falls Sie sich für den Einbau oder den Umstieg auf die Wärmepumpe oder eine andere dezentrale Eigenversorgungsform interessieren, gibt es qualifizierte Fachbetriebe oder Dienstleister für Heizungstechnik auf dem Markt.