Verkehrsentwicklungsplan (VEP)

In seiner Sitzung am 11. September 2025 hat der Rat der Stadt Soltau den Integrierten Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2040+ beschlossen. Mit dem VEP 2040+ liegt damit die strategische Grundlage für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Verkehrsentwicklung und die Weiterentwicklung der Mobilität in Soltau vor.

Was ist ein Verkehrsentwicklunsgplan?

Der Integrierte Verkehrsentwicklungsplan ist das strategische Dokument, das die zukünftige Entwicklung des Verkehrs- und Mobilitätsgeschehens für eine Stadt konzeptionell festlegt. Dabei werden die verschiedenen Mobilitätsarten – Kfz, ÖPNV, Fahrrad, zu Fuß – integrativ in einem gemeinsamen Konzept betrachtet. Ziel ist es, eine Mobilitätsstruktur zu schaffen, die auf die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortschaften zugeschnitten ist. Die städtischen Mobilitätsstrukturen sollen den aktuellen und zukünftigen Anforderungen an Erreichbarkeit, Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit gerecht werden.

Der Verkehrsentwicklungsplan stellt einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zu einer modernen und nachhaltigen Mobilität der Stadt Soltau dar. Die gleichberechtigte Teilhabe an allen Formen der Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger wurde dabei als Vision des Konzeptes festgelegt. Die Ziele leiten sich aus den bereits beschlossenen Leitzielen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) der Stadt Soltau ab.

Ziele des Verkehrsentwicklungsplanes

Allgemein ist das Ziel eines Verkehrsentwicklungsplanes (VEP), den Verkehr im Stadtgebiet entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse einer Stadt langfristig verträglich und umweltfreundlich zu gestalten, um somit die Lebensqualität zu verbessern.

Der VEP legt eine Richtung der Verkehrsentwicklung bis 2040 und länger fest. Durch Bestandsaufnamen werden Problemstellen erfasst und entsprechende Lösungsvorschläge entwickelt, woraus konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Ziele entwickelt werden.

Für Soltau haben sich aus dem jetzt beschlossenen VEP 38 Maßnahmen herauskristallisiert.

Zu den am höchsten priorisierten Maßnahmen gehört unter anderem die Weiterentwicklung des Radverkehrsnetztes mit Haupt- und Nebenrouten, eine attraktivere Gestaltung des Weges zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt weiter bis Breidingsgarten, die Verbesserung der städtischen Buslinienverkehre sowie die Einführung eines Parkleitsystems für die Kernstadt.

Es werden auch Maßnahmen beschrieben, die den motorisierten Individualverkehr reduzieren sollen – durch eine gleichzeitige Attraktivitätssteigerung von Rad- und Fußverkehr. Insbesondere der Durchgangsverkehr im Zusammenhang mit Umleitungsverkehren und die regelmäßig auftretenden Rückstaus an den Bahnübergängen sind dominante Themen.

Die einzelnen Maßnahmensteckbriefe mit grober Kostenschätzung, Zeithorizont für den Maßnahmenbeginn und Priorität können detailliert direkt im VEP nachgelesen werden.

Entstehung eines Verkehrsentwicklungsplanes

Umsetzung der Maßnahmen

Insgesamt wurden in sechs unterschiedlichen Themenfeldern (Fußverkehr, Radverkehr, Kfz fließend, Kfz ruhend, ÖPNV und Querschnittsthemen) 38 Maßnahmen entwickelt, welche für sich teilweise mehrere Teilmaßnahmen beinhalten und damit nicht abschließend zu betrachten sind. So ist das Schließen von Netzlücken eine Maßnahme, aber die einzelnen Lücken sind als Teilmaßnahmen aufgeführt. Sollten sich künftig weitere Netzlücken herausstellen, so sind diese ebenfalls zu schließen. 

Die Umsetzung der Maßnahmen wird sich jedoch teilweise über viele Jahre erstrecken, auch wenn diese je nach Priorisierung schnellstmöglich begonnen werden. Dies liegt unter anderem auch an der Menge und dem Umfang der Teilmaßnahmen und der Dauer vieler Projekte.

Für die einzelnen Teilmaßnahmen müssen nun entsprechend der beschlossenen Priorisierung die definierten und detailierten Planungen durch die Verwaltung, Planungsbüros und deren Fachleute aufgenommen werden. 

Abbildung 1 Auszug aus Maßnahme Rad-01

 

Was passiert nach 2040?

Durch den Verkehrsentwicklungsplan 2040+ liegt nun ein Grundkonzept als Handlungsgrundlage für die Entwicklung des Verkehrs und der Mobilität in Soltau für die nächsten 15 Jahre vor. Mit dem Beschluss des VEP hat sich die Stadt Soltau für eine Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen gemäß festgelegtem Prioritäten- und Zeitplan entschieden. 

Bereits nach fünf Jahren sollten der Beginn und der Fortschritt der einzelnen Maßnahmen je nach Priorisierung evaluiert werden. Nach ca. acht Jahren sollte über ein Monitoring nachgedacht und je nach Ergebnis dann bereits die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans eingeleitet werden. Diese sollte spätestens nach zehn bis zwölf Jahren abgeschlossen sein, um deutlich vor dem Jahr 2040 einen neuen Beschluss zu erwirken.